Peru Lima
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Wir besuchen Lima, Cusco, Machu Picchu und den Titicaca See. Für die ersten zwei Wochen begleitet uns Stefanie, die Cousine von Roger, bis nach Machu Picchu.
Die erste Woche in Peru verbrachten wir in Lima bei Isabelle und Andreas. Bekannte von Roger sowie sind Isaballe und Stefanie Cousinen. Isabelle und Andreas wohnen seit einem Jahr in Lima, da sie für das IKRK arbeiten. Die Wohnung von Isabelle und Andreas lag im Stadtteil Mira Flores – in der Nähe des IKRK Hauptgebäudes. Lima besitzt verschiedene Stadtteile. Mira Flores gehört mit San Isidro zu den reichsten Stadtteilen. 2/3 der Stadtbevölkerung leben jedoch in Elendsvierteln (pueblos jovenes). Die ganze Stadt ist, bis auf wenige Ausnahmen in den reicheren Vierteln, von Einfamilienhäusern mit ein bis drei Stockwerken verschiedenster Qualität (von Villen- bis zu Hütten) geprägt.
Lima bietet viele Sehenswürdigkeiten von denen wir ein paar besucht haben. Viele schöne Parks, diverse Bauwerke aus der Kolonialzeit, die Altstadt mit dem Plaza de Armas und das nahe gelegene Rathaus sowie der Präsidentenpalast. Wir besuchten desweiteren das „Museo Nacional de Arqueologia, Antropologia e Historia del Peru".
Wir danken nochmals Andreas und Isabelle für ihre absolut geniale Gastfreundschaft und die sehr interessanten Gespräche. Wir hoffen, dass wir uns nach unserer Weltreise wieder sehen werden.
Gemeinsam gingen wir am Abend für je 101 Soles an das Konzert der Band Aventura. Das Konzert Areal lag zirka eine Stunde Taxifahrt entfernt. Da wir jedoch genau in den Abendverkehr kamen dauerte die Fahrt zwei Stunden und wir kamen dadurch in den Genuss vom Peruanischen Fahrstyle ;-) Die Taxifahrt kostete uns 30 Soles. Das Konzertareal war sehr gut organisiert. Wie viele Besucher es genau waren wissen wir nicht. Zirka 10'000 vielleicht? Die meisten Konzertbesucher waren jedoch junge Mädchen – die schon eine Stunde bevor das Konzert überhaupt begann mit Kreischen anfingen. Die Band Aventura begeisterte das Publikum für zirka zwei Stunden und gab wirklich vollen Einsatz. Ok jedoch traf die Musik nicht unbedingt mein Geschmack und auch die herausgeputzten Boys der Band erinnerten mich ein wenig an die Backstreetboys ;-) Trotzdem war es ein gelungenes Konzert.
Pachacamac ist eine archäologische Fundstätte etwa 40 km südöstlich vom Stadtzentrum von Lima und liegt am Fluss Río Lurín. Isabelle organisierte für uns einen privaten Fahrer der uns zur Fundstätte fuhr. Auf dem Weg dorthin sahen wir zum ersten Mal die Elendsviertel. Desweiteren war viel los auf der Strasse. An den Fahrstill der Peruaner muss man sich zuerst gewöhnen. Jede Lücke wird ausgenutzt, aus zwei spurigen Strassen werden für kurze Zeit drei oder sogar vierspurige. Geht es zu langsam vorwärts, wird die Hupe oft benützt. Nach zirka einer Stunde Autofahrt kamen wir in Pachacamac an. Der Eintritt kostete 7 Soles. Ebenfalls leisteten wir uns eine Führerin für 20 Soles. Sie führte uns bis auf den Sonnentempel und erzählte uns die Entstehungsgeschichte von Pachacamac.
Pachacamac wurde bereits um 200-600 n.Chr. gebaut. Unter der Wari-Kultur (ca. 600-800 n.Chr) wurde die Stadt ausgebaut und diente wahrscheinlich als Verwaltungszentrum. Nach dem Zusammenbruch des Wari-Reiches wuchs Pachacamac weiter. Aus der Zeit 800-1450 n. Chr. Stammten die meisten Tempel und einfachen Gebäude. Die Stadt Pachacamac diente nachher dem Volk Ichma als religiöses Zentrum zur Anbetung des Schöpfergottes Pachacamac. Nachdem das Volk Ichma dem Inka-Reich beigetreten waren, wurde die Stadt Pachacamac ein wichtiges Verwaltungszentrum. Zugleich blieb sie jedoch Tempelstadt und die Priester von Pachacamac durften unabhängig von der Inka-Priesterschaft weiter wirken. Aus der Zeit der Inkas stammen fünf Gebäude, darunter der Sonnentempel der auf dem Hügel gebaut wurde.
Wir mussten leider feststellen, dass die Ruinen in keinem guten Zustand mehr waren. Da die Ruinen erst 2005 unter Schutz gestellt wurden, litten sie unter den Einflüssen der Einwohner die gleich neben den Ruinen Wohnen. Diverse Wände waren verschmiert und mit ... eingekerbt. Trotzdem nahmen wir uns über zwei Stunden Zeit um die Ruinen zu besichtigen.
Isabelle schlug einen Wochenendausflug nach Paracas vor. Paracas ist ein kleines Dorf direkt am Meer, das vorwiegend für Touristen Ausgangspunkt ist, um über Sanddünen zu heizen, zu Kitesurfen oder wie wir es taten die Insel Ballestas und den Nationalpark zu besuchen.
Mit einem Auto das Andreas und Isabelle über das Wochenende gemietet hatte, fuhren wir zirka in drei Stunden nach Paracas. Die Landschaft bis nach Paracas war hauptsächlich Sandig und karg. Selten war eine begrünte Fläche zu sehen. Auf dem Weg passierten wir desweiteren diverse kleine Dörfer, die ziemlich einfache Behausungen aufwiesen, die an die Armutsviertel in Lima erinnerten. In Paracas übernachteten wir im Hostel Santa Maria für je 50 Soles. Am Ankunftstag besuchten wir den Paracas Nationalpark. Der Nationalpark ist eine wüstenhafte Halbinsel. Er bietet jedoch viele schöne Aussichtspunkte auf Klippen und den Ocean. Mit dem Auto waren wir über drei Stunden im Nationalpark unterwegs. Von einer Erkundung zu Fuss ist eher abzuraten ; )
Am Sonntag besuchten wir mit einem schnell Boot die Insel Ballestas, die ebenfalls zum Nationalpark gehört. Auf dem Weg von der Küste zur Insel, fährt man mit einem Schnellboot am so genannten Kandelaber, einer zirka 50 Meter grossen Abbildung, vorbei. Die Abbildung befindet sich am Nordhang des Paracas Nationalparks und ist nur vom Meer aus erkennbar. Die Abbildung ist zirka 500 Jahre alt. Die Funktion und Darstellung ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Nach zirka 15 Minuten Schnellboot fahrt, wobei eine Seite im Boot ziemlich Nass wurde, erreichten wir die Insel Gruppe. Viele verschiedene Vogelarten waren zu sehen, folgende sind mir aufgefallen: Pelikane, Schwalben, Möwen, Tölpel und Kormorane. Zusehen waren auch kleine Pinguine und Seelöwen. Alle diese Tiere zusammen produzieren eine gewaltige Menge an Kot. Dieser Kot wurde von den Peruanern als hochwertiger Pflanzendünger entdeckt und wird seit Jahren weltweit exportiert. Abgeerntet wird nach Information vom Guide zirka alle 6 Jahre :D
Cusco ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region und der Provinz Cusco und liegt im Zentrum des peruanischen Andenhochlandes. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 3.416 Meter. Wir übernachteten in der Nähe des Placa de Armas im Hostal el Triunfo für 60 Soles pro Nacht. Cusco ist der ideale Ausgangsort um Machu Picchu zu besuchen. Roger und Stefanie mussten jedoch alleine nach Machu Picchu reisen. Ich blieb im Hostal zurück und füllte das WC mit Toiletten Papier. Ich habe mir wohl in den letzten Tagen in Lima etwas aufgelesen. Naja da kann man nichts machen.
In der zwischen Zeit lernte ich ein wenig Spanisch mit Beizabeth einer Einheimischen die ich in einem Restaurant kenne gelernt hatte. Desweiteren genoss ich die Ruhe die Cusco im Gegensatz zu Lima bot. Viel weniger Verkehr, bessere Luft und weniger Hektik. Die Landschaft um Cusco ist ebenfalls Traumhaft. Es dauerte fünf Tage bis ich wieder Fit genug war um Machu Picchu zu besuchen. Ich machte mich alleine auf den Weg. Roger ruhte sich derweil in Cusco aus, desweiteren ist die Reise nach Machu Picchu nicht ganz billig.
Machu Picchu kennt wohl jeder? Trotzdem kurz ein bisschen Schulbank drücken. Machu Picchu (Deutsch: Alter Gipfel) ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inkas, die in 2.430 Metern Höhe auf einer Bergspitze der Anden gebaut wurde. Im Tal liegt das Dorf Aguas Calientes auf 2040 Meter. Cusco liegt nordwestlich und ist zirka 75 Kilometer entfernt. Machu Picchu umfasst 216 steinerne Bauten, die alle mit einem System von Wegen und Treppen verbunden sind. Etwa 3.000 Treppenstufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die Aussenmauern der zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Es wird vermutet, dass die Inkas die Stadt um 1450 gebaut haben. Jedoch wurde die Stadt nie ganz fertig gestellt, da die Spanier zu dieser Zeit das Land der Inkas eroberten. 1911 wurde Machu Picchu „offiziell" entdeckt und erforscht. Jedoch war Machu Picchu bereits Jahrzehnte vorher gewissen Leuten bekannt.
Info! Vielleicht erinnert ihr euch an die Nachrichten vor zirka fünf Monaten. Ein Teil der Bahnlinie von Cusco nach Aguas Caliente wurde bei einem Erdrutsch weggeschwemmt. Daher wurde ein Provisorium mit VW Busen nach Piscacucho eingerichtet. Eine direkte Zugverbindung ist momentan nicht mehr vorhanden.
Über die Webseite www.perurail.com buchte ich mir ein Ticket von Cusco nach Aguas Calientes. Das Rückfahrtticket musste ich von Aguas Calientes nach Ollantaytambo lösen. Da die direkte Fahrt nach Cusco ausgebucht war. Zum Glück, dazu später. Am Sonntag um 07:00 Uhr ging es los, ich fuhr in einem VW Bus von der Wanchaq Station in Cusco nach Piscacucho. Bis zur Ortschaft Ollantaytambo war die Strasse geteert. Nach Ollantaytambo fuhr der VW Bus nach einer 10 Minütigen Pause weiter. Ab hier war die Strasse meistens nicht mehr geteert und an zwei Stellen war der Erdrutsch zu sehen, der das Bahngleis weggeschwemmt hatte. In Piscacucho stieg ich dann um in den Zug – die einzige Verbindung neben Wanderwegen nach Aguas Calientes. Für die restlichen 28 Kilometer benötigte der Zug zwei Stunden.
In Aguas Calientes übernachtete ich zwei Nächte im „Hostal de Turistas Chaska" für 162 Soles. Inklusive war ein super Frühstück mit Ei, Brot, Tee, Saft etc. und sehr netten Angestellten J Das Zimmer war auch super, eine warme Dusche, ein bequemes Bett und ein TV mit 4 Sendern J
Am Ankunftstag wollte ich den Berg Putucusi besteigen. Es ist der Nachbarberg von Machu Picchu und ist 2560 Meter hoch. Vom Gipfel soll man eine super Aussicht auf Machu Picchu haben. Um zirka 13:00 Uhr nach einer Suppe die mich 10 Soles gekostet hatte – begann ich mit der Wanderung auf den Berg Putucusi. Um zum Wanderweg zu gelangen, folgte ich den Bahngleisen die von Aguas Calientes Richtung Westen (Richtung Machu Picchu) verlaufen. Der Start war nicht Beschildert, wahrscheinlich aus dem Grund der bald folgt. Nach zirka 20 Minuten Wanderung durch den Urwald mit einem super Ausblick auf Aguas Calientes kam ich an einer zirka 20 Meter hohen senkrechten Wand an. Ich hatte mich im Voraus über die Route informiert und hier hätte eigentlich eine Holzleiter mit einem Stahlseil sein sollen. Das Stahlseil war noch da, die Leiter nicht mehr oder nur noch teilweise. Ich wagte trotzdem den Aufstieg. Als ich oben ankam, ging es noch ein kleines Stück weiter mit Holzleitern und Stahlseil. Nun entschied ich mich aber umzukehren. Folgende Gründe bewegten mich dazu. Das Wetter schlug um, dicke Wolken bildeten sich am Himmel, falls es nun Regnen würde wäre der Abstieg ziemlich gefährlich, da ich keine Handschuhe, Seil, Karabiner dabei hatte um mich zu sichern. Desweiteren war ich alleine. Als ich wieder unten ankam, kam ein Einheimischer auf dem Wanderweg zum Aufstieg. Ich fragte ihn wie es den nach diesem ziemlich heiklen Stück weitergeht. Er sagte mir, dass es nach dem Aufstieg nicht mehr kritisch sei. Tja kacke das konnte ich nicht wissen. Der Einheimische war jedoch ein wenig besser Ausgerüstet, er hatte Handschuhe und ein Seil dabei. Obwohl ich meine Entscheidung nicht bereute war es trotzdem schade, vor allem als ich am nächsten Tag auf den Gipfel sah ;)
Zwei Möglichkeiten stehen zur Verfügung um die Machu Picchu Ruinen von Aguas Calientes aus zu besuchen. Mit dem Bus oder laufen. Der erste Bus fährt um zirka 05:30 in Aguas Calientes ab. Er kostet 20 Soles. Gewisse Besucher stehen bereits vor 04:00 Uhr bei der Bus Station an, damit sie sicher unter die ersten 400 Besucher kommen. Denn nur diese dürfen den Huayna Picchu (oder auch Wayna Picchu) besteigen, der Berg gleich neben der Machu Picchu Ruinen. Ich wollte primär nicht den Huayna Picchu (2701 Meter) besteigen sondern den Cerro Machu Picchu (Auch Montana Machu Picchu) dieser Berg ist 3050 Meter hoch und ist somit 350 Meter höher als der Huayna Picchu. Desweiteren habe ich gelesen, dass dieser Berg selten von den Touris bestiegen wird. Um mir alle Optionen offen zu lassen, wollte ich jedoch auch unter den ersten 400 sein und desweiteren ist ein Sonnenaufgang immer erlebenswert. Ich stand jedoch nicht beim Busterminal an, bei dem sich bereits ca. 30 Wartende befanden, sondern wanderte um zirka 04:20 nach einem reichlichen Frühstück los Richtung Machu Picchu. Mit einer Stirnlampe bewaffnet (Es gab auch gewisse „Wanderer" die versuchten ohne Lampe den Weg hoch zu finden) meisterte ich die 400 Meter Höhendifferenz in einer Stunde und 15 Minuten. Oben angekommen warteten bereits zirka 40 Besucher, ein Teil dieser Besucher waren von der Machu Picchu Lodge oder wurden mit extra Bussen hoch gefahren, die vor den offiziellen fahren. Als ich mich in der Kolonne einreihte, erhielt ich den Stempel für Huayna Picchu – ich konnte zwischen der Aufstiegszeit 07:00 Uhr oder 10:00 Uhr wählen, da ich jedoch zuerst auf den Cerro wandern möchte, wählte ich die zweite Aufstiegszeit die um 10:00 Uhr beginnt. Kurze Zeit später trafen die offiziellen Busse mit der Masse ein.
Um 06:00 Uhr öffneten dann die Tore und ich begann mit dem Aufstieg auf den Cerro Machu Picchu. Der Beginn des Wanderweges ist einfach zu finden. Ich folgte der Wanderweg Beschilderung Intipunku. Dieser Wanderweg führt unterhalb am Guardhouse vorbei, entlang der Terrassen Richtung Intipunku (Sungate). Zirka in der Mitte der Terrassen biegt ein Wanderweg rechts ab mit der Beschilderung „Montana Machu Picchu". Danach kann man sich nicht mehr verlaufen ;-)
Es war ein einziger Traum, die Sonne ging langsam über den Bergen auf und erreichte mit den ersten Sonnenstrahlen die Ruinen von Machu Picchu, die ich nun bereits von weit oben sah. Ein einmaliges Erlebnis, unbeschreiblich. Die Info, dass nur wenige Wanderer diese Route wählten bewahrheitete sich. Auf dem Weg zum Gipfel traf ich niemanden an. Auch auf dem Gipfel war niemand, ich genoss die Ruhe und den wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Berge, Täler und natürlich auf Machu Picchu. Insgesamt waren drei Schneeberge zu sehen. Ein Berg hatte einen grossen Gletscher der mich von Beginn an faszinierte. Nach dem ich etwas gegessen und reichlich Fotos geschossen hatte, trafen doch noch Besucher ein. Eine Familie aus Japan – die ein wenig Höhenangst hatten. Der Vater konnte Englisch und es entstand ein unterhaltsames Gespräch, das mit einem Erinnerungsfoto endete.
Insgesamt verbrachte ich etwa zwei Stunden auf dem Gipfel, der Abstieg viel mir schwer, da die Aussicht und die Stimmung wirklich der Hammer waren. Das Wetter war übrigens auch perfekt wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Auf halben Weg hinab, traf ich einen einheimischen Guide der um die Muttererde zu ehren jedes Mal, beim Besuch von Machu Picchu, auf diesen Gipfel steigt. Ich fragte ihn ob ich noch den Huayna Picchu besteigen soll (Da die Zeit noch reichen würde) oder ob er mir eher das Sungate (Intipunku) empfiehlt. Er meinte mit dem Cerro Gipfel habe ich die beste Wahl getroffen und das Sungate sei ein weiteres Highlight, da man von dort aus Machu Picchu von einem anderen Winkel sehen kann. Also machte ich mich, nach dem ich wieder unten angekommen war, auf den Weg zum Sungate.
Die Wanderung dauerte zirka 35 Minuten. Die Höhendifferenz zu den Ruinen beträgt 220 Meter. Der Guide hatte Recht was die Sicht auf die Ruinen von Machu Picchu anbelangt. Sie ist sehr empfehlenswert. Vom Sungate war nun auch die Strasse die im Zickzackverlauf nach oben führt zu sehen. Nachdem Sungate Stand nun die Besichtigung der Ruinen auf dem Programm. Ich fing beim Guard House, von dem man einen gesamt Überblick über die Ruinen erhielt, an. Direkt unterhalb vom Guard House stand ein Lama oder war es ein Alpaka? das sich von allen fotografieren liess. Für die Besichtigung der Ruinen benötigte ich zirka drei Stunden.
Die Baukunst der Inkas ist beeindruckend: Wasserabläufe, Mehrstöckige Häuser, die Terrassen die für die Anpflanzung von Nahrungsmitteln gedacht waren, die perfekte Ausrichtung der Stadt, die vielen Treppen und die Sonnenuhr im Sonnentempel gehörten für mich zu den Hauptsehenswürdigkeiten. Nach drei Stunden Besichtigung war ich langsam aber sicher müde und nahm den Bus hinunter nach Aguas Calientes. Hinunterzulaufen kam für mich nicht mehr in Frage, da nun die Busse im Akkordtempo hinauf und runter fuhren. Ein grosses Stück des „Wanderweges" führt nämlich an der staubigen Strasse entlang. Desweiteren nehmen die Busfahrer nur sehr wenig Rücksicht auf die Wanderer die sich die Mühe machen zurück nach Aguas Calientes zu laufen.
Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Zug wieder zurück nach Piscacucho und von dort mit einem VW Bus nach Ollantaytambo. Dort Endete mein Reiseticket von Perurail. Das war jedoch kein Problem ausserhalb des Busterminals warteten über 15 VW Busse(Colectivos). Die Fahrer warben wild um die Fahrgäste. Ich konnte den Fahrpreis von 10 Pesos auf 5 Pesos herunter handeln um nach Cusco zu gelangen. Die Rückfahrt verlief genau gleich wie die Hinfahrt. Um Geld zu sparen könntet ihr also theoretisch auch mit einem Colectivo nach Piscacucho fahren und von dort aus den Zug nehmen.
Roger und Stefanie wählten bei ihrem Besuch den Bus um zu den Machu Picchu Ruinen hochzukommen. Sie empfehlen bereits um 04:00 bei der Busstation anzustehen – damit es reicht um unter die ersten 400 Besucher zu kommen. Sie bestiegen den Huayna Picchu (400 Besucher Limite) und besuchten desweiteren die natürlichen Höhlen und den Mondtempel die hinter Huayna Picchu liegen. Der Besuch vom Mondtempel und den Höhlen ist in einer Rundumwanderung (Loop) möglich.
Um 07:00 Uhr morgens hatten wir uns in Cusco ein Taxi bestellt, das uns zum Busterminal fahren sollte. Das Busterminal liegt vor dem Marktplatz Molino. Um 07:15 traf dann das Taxi ein. Der Taxifahrer hatte wahrscheinlich die Knallfrösche nicht gehört, die die Einheimischen jeden Morgen um zirka 06:00, 06:30 und 07:00 ablassen. Trotzdem kamen wir noch rechtzeitig beim Busterminal an. Deutsche Reisende haben uns die Bus Firma „tour PERU" empfohlen. Die Kosten für die Fahrt nach Puno Betrug 25 Soles pro Person. Der Bus war tiptop, genug Platz für die Beine und ein WC für die sechs Stündige fahrt war ebenfalls an Board. Die Fahrt führte uns über ein paar kleinere und einen grossen „Pass". Beim höchsten Pass „Abra la raya" der auf 4338 Meter über Meer lag, hielten wir für zirka 15 Minuten an. Natürlich waren Einheimische die Kleider, Handschuhe, Kappen und sich als Fotomodel verkaufen wollten anwesend. Jedoch auch schöne Berge, einer wiederum mit einem Gletscher der schon ziemlich zusammengeschrumpft war. Nach der Pause ging es weiter über die Steppen die von wenigen Bewohnern in einfachen Häusern bewohnt waren. Viele Lamas, Alpakas und Schaffe waren zu sehen.
Als wir Puno fast erreicht hatten, schlug das Wetter um und es begann wie wild zu Hageln. Angekommen am Busterminal in Puno, das direkt am Titicacasee lag beruhigte sich das Wetter, jedoch nur für kurze Zeit. Als wir in unserem Hostel Inka Rest ankamen begann es zu Regnen. Was schlussendlich zu leicht überschwemmten Strassen und einem Stromausfall im Zentrum der Stadt führte. Dadurch konnten wir in romantischer Kerzenlichtstimmung unser Busticket nach La Paz bei der Firma Colectur für 25 Soles lösen und desweiteren im Restaurant International zu Abend essen. Nach zirka einer Stunde war jedoch der Strom wieder zurück.
Über unser Hostel buchten wir für den nächsten Tag für je 60 Soles einen zwei Tages Ausflug auf dem Titicacasee mit Übernachtung auf der Insel Amantani. Im Preis sind die Überfahrt, die Übernachtung und das Essen bei der Gastfamilie sowie der Guide inbegriffen.
Nach einem guten Frühstück im Hostel wurden wir um 07:30 Uhr am Morgen abgeholt. Im VW Bus sassen noch nicht viele Leute, dieser füllte sich aber mit der Zeit bis er voll war. Insgesamt kamen auf die zweitägige Tour zirka 25 Leute mit. Am Hafen stiegen wir um auf ein Boot und lernten unseren Guide kennen. Ein Einheimischer der in Puno lebt, er erwies sich als sehr guter Führer der auf jede Frage eine Antwort wusste.
Wir besuchten zuerst die Islas Flotantes (schwimmenden Inseln) die 5 Kilometer westlich vom Hafen Puno liegen. Auf diesen künstlich angelegten Inseln leben die Urus, ein indigenes Volk. Ursprünglich begannen die Urus schwimmende Inseln zu bauen, um sich zum Beispiel vor den kriegerischen Inkas zu schützen oder zu verbergen. Die Inseln bestehen aus Totora-Schilfwurzelboden und kreuzweise aufgebrachte Lagen aus Totora-Schilf. Immer wenn ein Angriff drohte, wurde die Verankerung gelöst und die Uros zogen sich mit den Inseln auf den See zurück. Das Totora-Schilf ist eine wichtige Lebensgrundlage. Die Boote für den Fischfang und die Matten für den Bau der einfachen Hütten bestehen daraus. Auch in der Ernährung spielt es eine Rolle. Der unterste Teil des Totora-Schilfs kann man nämlich essen, wir haben es auch probiert es schmeckt wie Salat.
Die Urus leben auf derzeit zirka 49 schwimmenden Inseln. Jedoch leben nur noch wenige hundert Urus wirklich dort. Die Mehrzahl der Urus lebt inzwischen auf dem Festland, wo sich auch die Friedhöfe befinden. Also eher „nur" noch eine Touristenattraktion. Bestätigt wurde dies auch von einem Pärchen aus Italien genauer Sizilien, das wir auf der Tour kennen gelernt hatten. Massimo und Angela. Angela arbeitet seit einem Jahr in Lima und hilft den Familien, Kindern und Müttern die in den Elendsvierteln leben. Ein Teil der Bewohner von den Pueblos in Lima kommen aus dieser Region und von diesen hat sie auch erfahren, dass die Uros nicht wirklich mehr auf den schwimmenden Inseln leben.
Mit diesem Pärchen verbrachten wir auch die Nacht auf der Insel Amantani. Die wir nun nach dem Besuch der schwimmenden Inseln ansteuerten. Die Fahrt dauerte drei Stunden. Auf der Insel Amantani wurden wir von den Einwohnern begrüsst und auf die einzelnen Familien aufgeteilt. Wir waren für eine Nacht bei Norma untergebracht. Eine super liebe Frau. Ihr Haus lag oberhalb des Hafens. Mit ihr lebt ihre Grossmutter mercedes, ihre ältere Tochter Seida, zwei kleine Mädchen beide mit dem Namen Nathalie und die Schwester von Norma die auch Norma hiess sowie der Grossvater der wir nur kurz von weitem sahen.
Unsere Unterkunft für eine Nacht war nicht wie erwartet sehr einfach sondern ziemlich luxuriös. Viele Hostels in denen wir waren hatten schlechtere Zimmer oder Betten. Das einzige was wir nicht hatten und auch nicht brauchten war Strom. Naja die Zimmer wurden halt extra für die Touris gebaut. Die Einwohner dort schlaffen in weit aus einfacheren Zimmern. Als Begrüssung bzw. als Lunch kochte uns Norma eine Suppe die Quinoa genannt wird. Bestehend aus Quinoa und Kartoffeln. Danach trafen wir uns mit allen wieder auf einem Sportplatz der zirka 100 Meter höher lag als unser Gastgeberhaus. Auf diesem erklärte uns unser Guide die Insel. Die Insel ist annähernd rund und hat eine Fläche von etwa 15 Quadratkilometern. Auf ihren beiden Gipfeln, Pachatata (Vater Erde) und Pachamama (Mutter Erde), stehen Gebäude aus der Zeit der Inka. Pachatata und Pachamama sind zirka 4200 Meter hoch und haben das Aussehen von überdimensionierten Hügeln. Die Hänge der Insel sind mit Steinterrassen versehen, auf denen in manueller Arbeit unter anderem Weizen, Quinoa und Kartoffeln angebaut werden. Wir sahen ausschliesslich Schaffe die als Vieh gehalten werden. Auf der Insel leben zirka 3000 Einwohner aufgeteilt in acht Dörfer bzw. Communitys. Jede Community trägt eine andere Rockfarbe. Wir waren bei der Okosuyu Community die schwarze Kleider bzw. Röcke trugen. Wie alle Inseln auf dem Titicacasee ist auch diese für ihr Textilhandwerk bekannt.
Nach der Einführung liefen wir auf die beiden Hügel Pachatata und Pachamama. Von denen wir eine super Aussicht über den ganzen Titicacasee hatten. Als es bereits dunkel wurde, liefen wir zurück zum Sportplatz der als Treffpunkt diente. Wir wurden von der älteren Tochter Seida und der kleinen Nathalie abgeholt die uns wieder zurück zu unserem Gasthaus führten. Die Schwester von Norma als Norma war bereits am Kochen – eigentlich wollten wir dabei helfen jedoch ohne Chance, die Normas wollten das alleine machen ;) Zum Abendessen gab es eine Gemüsesuppe und als Hauptgang Nudeln mit Reis. Der Lunch am Tag sowie das Abendessen waren sehr gut. Wir setzen uns jedoch bei den Normas durch, dass wir wenigstens das schmutzige Geschirr abwaschen durften. Desweiteren brachten wir nach mehrmaligem Bitten Norma dazu mit uns am selben Tisch Abend zu essen. Die anderen Familienmitglieder assen immer in einem kleinen Nebenraum, was uns sehr komisch vorkam. Sie wollten jedoch nicht zu uns an den Tisch kommen, auch nach mehrmaligem Fragen – Norma meinte der Tisch werde von ihnen nie benützt. Sie machten allgemein auf uns einen sehr scheuchen Eindruck, waren aber steht's sehr freundlich. Mit dem Pärchen aus Italien verstanden wir uns sehr gut, daraus folgten ziemlich witzige Unterhaltungen. Eine gegenseitige Einladung in die Schweiz und nach Sizilien wurde ausgesprochen.
Zusammen mit Norma gingen wir nach dem Abendessen noch in den „Ausgang". Angela war ausgerüstet mit einem traditionellen Rock und wir mit einem Poncho und einer Kappe. Das „Pub" lag nicht weit entfernt, es war ein grosser Raum in dem zwei Bands die nur aus jungen Männern bestand, Musik auf Flöten, Trommeln und Gitarren machten. Die Musik „fägte" ziemlich, daher tanzten wir auch ein paarmal mit Norma um die Wette J Zutrinken gab es Bier für 8 Soles, CocaCola für 3 Soles und Wasser für ebenfalls 3 Soles. Nach ein paar Tänzen kehrten wir zurück und vielen sogleich in einen tiefen Schlaff ; )
Am Morgen wurden wir von Sonnenstrahlen geweckt. Wir tankten die ersten Sonnenstrahlen an der Hausmauer. Norma war bereits am Frühstück machen und liess sich natürlich nicht helfen. Es gab Pancakes, was wahrscheinlich eher nicht das traditionelle Morgenessen von den Insel Einwohnern ist. Um acht Uhr mussten wir wieder am Hafen sein. In Puno haben wir uns als Dankeschön für die Gastfreundschaft Reis, Nudeln und für die Kindern Schokokekse ein gekauft. Die wir nun Norma übergaben. Mercedes bedankte sich ganz herzlich und wünschte uns auf Quechua (Hauptsprache neben Spanisch auf dieser Insel) eine gute weiter Reise.
Nun Stand die Insel Taquile auf dem Programm die gleich neben der Insel Amantani lag. Diese Insel gefiel mir persönlich nicht so gut. Der Hauptgrund waren die Einwohner die dort lebten. Diese kamen schon zu stark mit den Touristen in Kontakt – da auch eine Eintagestour auf diese Insel möglich war. Sobald die Kinder Touristen sahen fragten sie ob wir ein Foto machen wollen – was natürlich nicht Gratis ist. Auch die Erwachsenen waren nicht unbedingt freundlich auf ein „buenos dias" wurde nichts erwidert. Auf Amantani bedankten sich die Kinder und gaben sogar die Hand als wir Ihnen ein Schokokeks gaben hier reichte es nicht mal für ein gracias. Landschaftlich war die Insel zu vergleichen mit Amantani - der Ausblick über den Titicacasee war traumhaft. Nach einem guten Mittagessen bei dem es Trucha (Forelle) gab, kehrten wir zum Boot zurück und traten die dreistündige Heimreise nach Puno an.
Der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt. Vor allem die Übernachtung bei der Gastfamilie hat uns sehr gut gefallen. Plant dies also unbedingt ein falls ihr den Titicacasee besuchen kommt.
In Puno assen wir am Abend nochmals mit Massimo und Angela im Restaurant National zu Abend bis wir merkten, das die Restaurantbesitzer das Restaurant eigentlich schliessen wollten. Die Adressen sind ausgetauscht, ein Gegenseitiger Besuch in Sizilien oder in der Schweiz steht so also nichts mehr im Wege.
